Taylor gibt der FED die Schuld an der Immobilienblase

January 11, 2010 by Joerg
Filed under: Notenbanken 

Die FED hat in den Jahren 2002-2005 den Leitzins zu lang zu niedrig gehalten und damit wohl einen der Hauptauslöser des so desaströsen amerikanischen Immobilienbooms geliefert, der sich zur Finanzkrise ausgeweitet hat. Dies behauptet nicht irgendwer, sondern derjenige der mit seiner berühmten Formel einen Richtwert gelegt hat, in dem sich der Leitzins aufhalten sollte. Nämlich John B. Taylor, Stanfort Professor und Erfinder der nach ihm benannten Taylor Regel. Diese Formel hatte er aus seinen Beobachtungen der FED Politik gewonnen und hat vorallem aus den vergangenen beiden Jahrzehnten vor dem Jahr 2000 eine gute Leitzinssetzung ausgezeichnet. Sie ergibt sich unter anderem aus dem kurzfristigen nominalen Zinssatz auf dem Geldmarkt, der tatsächlichen Inflationsrate, der sogenanten von der FED festgelegten Zielinflationsrate und dem Auslastungsgrad der Volkswirtschaft.

Leitzinsen haben zu lange nach unten von der Taylor Regel abgewichen

Zero Hedge hat dabei auf einen Beitrag von John B. Taylor im Wallstreet Journal verwiesen, indem Taylor die Verteidigungsrede vom Fed Chairman Ben Bernanke scharf kritisiert hat. So stellen die Jahre 2002 bis 2005 die stärkste und längste Abweichung von der Taylor Regel dar seit den turbulenten 1970iger Jahren. Dies entstand insbesondere dadurch da die FED nicht mehr die tatsächliche Inflationsrate in ihre Überlegungen mit einbezog, sondern die von ihnen selbst prognositzierte Inflationserwartung, die dann immer niedriger ausfiel als sie dann tatsächlich eintrat.

Niedrige Leitzinsen haben Immobilienblase mit angefacht

Außerdem widerlegt er Ben Bernankes Behauptung, die niedrigeren Leitzinsen hätten keinen Einfluss auf den Immobilienboom gehabt. So legen andere Studien nahe, dass grade die neidrigen Leitzinsen um die Deflation in den Jahren 2002 bis 2004 zu bekämpfen genau dazu gefüht haben, dass in den Jahren 2004 und 2005 die Blase im amerikanischen Häusermarkt erst richtig entstehen konnte. Vorallem durch die niedrigen Leitzinsen entstand die Situation, dass für 40% der Zeit während dieser Jahre, der inflationsbereinigte Realzins negativ war. So eine zinspolitische Umgebung ist natürlich der perfekte Nährboden um Blasen entstehen zu lassen und im Gegensatz zu Bernake bezweifelt Taylor vehement, dass man eine Blase mit einer entsprechenden Regulierung beikommen könnte. Denn durch Regulierung kann man meist immer nur auf schon einmal dagewehsene Ereignisse reagieren, während die Blase in völlig neuen Umgebungen entstehen kann, angefacht durch zu billiges Geld.

Doch ich fürchte die FED wird aus ihren Fehlern nur wenig lernen und sie weiter lieber dementieren. So scheint sie unter Bernake geradezu mit der Politik des billigen Geldes weiterzumachen. Ich hatte schon einmal in einem Beitrag meine Kritik an der FED Politik geäußert.

Hier nochmal der Verweis auf den ganzen Beitrag von John B. Taylor im WSJ

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Kommentare

One Comment on Taylor gibt der FED die Schuld an der Immobilienblase

  1. Investments und Geldanlagen - Blog on Fri, 29th Jan 2010 08:50
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