Robert Allen Stanford – Madoff der II.
Die Finanzkrise spült nun all den Unrat an die Oberfläche, der sich im Verlauf der letzten Jahrzehnte im Finanzgewerbe angesammelt hat. Ein Schneeballsystem nach dem anderen platzt und einst angesehene Millardäre befinden sich auf der Flucht. So auch dieses des Sir Robert Allen Stanford, der Anleger damit um 8 Millarden Dollar gebracht hat. Stanford ist aber wie der noch “erfolgreichere” Betüger Madoff ein Paradebeispiel, dass die schwache Stelle jeder Regulierung der Mensch ist, insbesondere Politiker. Besonders in den USA, dem Epizentrum der Finanzkrise, waren die Bindungen zwischen der Wall Street und den Politikern eng, geprägt von persönlichen Freundschaften. So auch hier im Fall Stanford, er unterhielt 6 Privatjets mit denen er regelmäßig Kongressabgeordnete zu “Wirtschafstdiskussionen” in die Karbik einlud. Oder verteilte großzügig Wahlkampfspenden im fünfstelligem Bereich. Mit zu vielen Gaben bedacht und in der erlesenen Gesellschaft eines Millardärs drückt man gerne mal ein paar Augen zu. Sein Lieblingsstaat Antigua war von Stanford und seinen Millarden so angetan und hat ihm gleich einen Adelstitel “Sir” verliehen. Das diese Millarden vorher ahnungslosen Anlegern über angeblich absolut sichere Einlagenpapiere abgenommen wurden, will man dann lieber nicht so genau wissen. Erst musste die SEC durch den Fall Madoff sensibilisiert werden, so dass sie auch hier aufwachte. Dabei ging Stanford nicht sonderlich zimperlich vor. Er soll Bilanzen gefälscht, unangemessen hohe Erträge versprochen und die Existenz einer ernst zu nehmenden Buchprüfung vorgetäuscht haben.
Und auch die Mitbewerber werden wohl eher zugeschaut haben. Während in anderen Branchen von Mitbewerbern Unregelmäßigkeiten der Konkurenz besonders kritisch beäugt werden, schienen in der Finanzindustrie alle blendend davon zu leben. Der Blicklog hat im Fall Madoff mal aufgeschlüsselt wie die Anlagegelder der Kunden so überall hängen bleiben. Von einem Mehrwert für Kunden ist dabei nicht zu reden, zumal die Gelder am Ende bei einem Betrüger landeten. Schon die normale branchenübliche Vorgehensweise sieht eher danach aus möglichst viel vom Kuchen der Kundenerträge für sich abzuzweigen und an Freunde zu verteilen. Der klägliche Rest der danach immer noch übrig bleibt steht dann dem Kunden zu. So landeten über 20% der ursprünglichen Anfangsinvestitionen als Provisionen in den verschiedensten Taschen. Da kann man die Aktien oder Anleihen auch gleich selbst auswählen, man wird wesentlich besser fahren.
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Kommentare
One Comment on Robert Allen Stanford – Madoff der II.
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TS on
Fri, 12th Jun 2009 00:24
Madoff und Stanford – zwei Gentleman. Ihr Alter, ihr Erscheinungsbild, ihr seriöses Auftreten – all das hat ihnen geholfen. Es war eine Show um Geld und Vertrauen.
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