Griechenland wird an die Leine gelegt
Die Angst geht um in Europa, dass das erste Euroland auf den Staatsbankrott zuschlittert. Um das zu verhindert man man Griechenland quasi seine finanzpolitische Souveränität genommen und unter Aufsicht der Eu gestellt. So muss nun Griechenland zunächst monatlicher und spätrer vierteljährlich in Brüssel detailiert Rechenschaft ablegen und seine Fortschritte bei der Haushaltskonsolidierung berichten. Ein bisher einmaliger Fall, ob sich damit aber der griechische Staat zu einem strikten Sparkurs zwingen lässt ist eine andere Frage, das wär nicht das erste mal das man offizielle Statistiken die von Griechenland nach Brüssel gemeldet wurden unsauber gewehsen wären.
Griechische CDS Kurse gehen durch die Decke
Das griechische Feuer an den Anleihemärkten brennt hingegen weiter. So lagen die CDS auf 10 jährige griechische Staatsanleihen in der Spitze während den Turbulenzen der Finanzkrise bei 282 Punkte. Ein Wert über den die griechische Regierung mitlerweile wohl froh wäre. Schaut man sich die einzelnen Länderrisiken an, so lagen die 10 jährigen Staatsanleihen am 22. Januar schon bei 306 Punkte, also schon weit über dem während der Martkturbulenzen 2008. Ein Wert von 306 Punkten bei einem CDS entspricht einer erwarteten Ausfallwahrscheinlichkeit von 47% während der Laufzeit des zugrunde gelegten Papiers. Damit steht Griechenland an elfter Stelle derjenigen Länder mit den höchsten Risikoprämien, ander ausgedrückt, der Markt erwartet mit einer 50%igen Wahrscheinlichkeit in den kommenden 10 Jahren die Staatspleite von Griechenland. Doch mitlerweile hat sich der Anstieg der CDS Bewertung noch verschärft und erreicht täglich neue Höchststände, so haben die griechischen CDS heute sogar die Markte von 400 Punkte überschritten. Damit scheint die Panik wieder auf dem Level von April 2009 zurückgekehrt zu sein, zumindest bei den Anleihemärkten.
Griechenland entdeckt immer mehr Schulden
Auch wenn dieser Wert der griechischen CDS durch die aktuelle alarmistische Berichterstattung nach oben gepuscht wird, so ist dies doch ein äußerst beunruhigendes Zeichen. Insbesondere macht es die Finanzierung der gigantischen griechischen Staatsschulden nicht gerade leichter. So ist der griechische Staat mit 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes verschuldet und es tauchen laufend neue unentdeckte Schulden auf. So hat Griechenland gestern aus heiterem Himmel 40 Milliarden bisher unbekannte Schulden entdeckt. Gleichzeitig klettern die für Griechenland zu bezahlenden Zinsen unaufhörlich. So muss Griechenland so gut wie doppelt so viel Zinsen für seine Schulden auf dem Kapitalmarkt zahlen wie Deutschland. Und der Ausverkauf der griechischen Staatsanleihen steht vermutlich eher noch am Anfang. Denn es ist nicht so sehr die tatsächliche Schuldenlast von 120 % des BIP oder die haarsträubende Defizitquote von 12,7% im letzten Jahr. Japan hat bewiesen das man mit noch viel mehr Schulden leben kann. Sondern das mangelnde Vertrauen und die übertriebene Panik könnten Griechenland tatsächlich in eine Staatspleite führen, wenn niemand mehr bereit ist die Anleihemissionen aufzunehmen. So ist dieser Schritt der EU, Griechenland unter EU Aufsicht zu stellen, vorallem ein Schritt der Verzweiflung um die Märkte etwas zu beruhigen und das nicht vorhandene Vertrauen in die griechische Politik wenigstens etwas zu kompensieren. Das Griechenland aber tatsächlich in der vorgegebenen Zeit sein Defizit auf das Maastricht-Kriterium begrenzen kann, wage ich doch arg zu bezweifeln.
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