The Daily Show – Warum nicht den eigenen Konzern gründen

March 19, 2010 by Joerg · Leave a Comment
Filed under: Fun 

Jon Stewart aus der The Daily Show nimmt sich diesmal als erstes die Reformbemühungen von Senator Jon Dood vor, der angetreten ist die Finanzmärkte zu reformieren. Eigentlich sollte der Demokrat zusammen mit einem republikanischen Senator einen gemeinsamen Gesetzesvorschlag erarbeiten, doch nun zieht er sein eigenes Ding durch. Aber rausgekommen ist bei diesem Alleingang nichts wirklich weltbewegendes, Dodd erhebt nichteinmal den Anspruch die nächste Krise damit verhindern zu können. Das bringt Jon Stewart zu dem Vorschlag ein Gesetz auf den Weg zu bringen, dass ein Politiker seine eigenen Reformvorhanden nicht leer verkaufen können sollte. Aber warum nicht gleich einen eigenen Konzern gründen und sich so verhalten wie die Banken der Wall Street. Wenn ein Konzern die gleichen Rechte wie ein Individuum haben sollte, warum nicht auch jedes Individum die eines Wall Street Konzerns? Zum Beispiel könnte man ja seine alte Rostlaube durch eine Ratinagentur völlig neu bewerten lassen.

The Daily Show With Jon Stewart Mon – Thurs 11p / 10c
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Artikelserie-Börse der Weg zur Aktie 6-Zertifikate

March 18, 2010 by Joerg · Leave a Comment
Filed under: Börsenwissen 

In den letzten Artikeln der Artikelserie Börse der Weg zur Aktie bin ich auf die Aktie selbst und auf Anleihen eingegangen. Dies sind auch die wesentlichen Anlageobjekte mit denen sich jemand erstmal beschäftigen sollte, der zum ersten mal in Aktien investieren möchte. Um aber dennoch einen Überblick über das Angebot an den Börsen zu geben, möchte ich in den nächsten Artikeln der Serie auf die Derivate auf Aktien eingehen, in diesem Artikel insbesondere auf Zertifikate. Hierbei könnte man für jede einzelne Kategorie sicherlich noch eine eigene Serie starten, doch soll es hier erstmal nur um einen kurzen Anriss gehen, damit der Börsenneuling weiß um was es sich handelt. Ich würde niemandem empfehlen der sich nicht schon länger mit der Börse beschäftigt hat, Derivate einzusetzen. Denn zusätzlich zu der eigentlichen Anlageentscheidung die schon schwer genug ist, verkomplizieren viele Derivate die Angelegenheit noch zusätzlich, während manch andere Derivate zwar leicht verständlich sind, aber zu einem hohen Hebel verleiten.

Zertifikate auf Aktien

Dies war vor der Finanzkrise insbesondere in Deutschland der große Trend bei Bankberatern ihren Kunden Zertifikate zu empfehlen. Vielen Zertifikatenkäufern ist erst mit der Pleite von Lehman Brothers aufgefallen, dass ein Zertifikat völlig anders behandelt wird als eine Aktie oder ein Fond. Während Aktien und Fonds als Sondervermögen der Bank verwaltet werden, da die Anteile jederzeit immer dem Kunden gehören, so handelt es sich bei einem Zertifikat um eine Schuldverschreibung. Dies ist natürlich für die Bank eine besonders günstige Form der Finanzierung. Denn hier wird dem Gläubiger, also dem Zertifikatekäufer kein Zins ausbezahlt, sondern er partizipiert über den Erfolg oder Misserfolg des zugrundelegenden Börsengeschäfts. Geht allerdings während der Laufzeit die Emittentenbank eines bestimmten Zertifikates Pleite, bleibt den Anlegern nur zu warten und darauf zu hoffen aus der Insolvenzmasse wie die restlichen Anleihegläubiger noch bedient zu werden.

Ein Vorteil von Zertifikaten würde darin liegen, dass auch ein Privatanleger komplizierte Strukturen nachvollziehen kann. Aber, wer erfahren genug ist um solche komplizierten Strukturen auch mit einem Mehnutzen einsetzen zu können, der kann auch gleich mit den zugrundegelegten Optionen hantieren. Einzig Indexzertifikate bieten auch einen gewissen nutzen um so sein Portfolio zu diversifizieren. Dies ist aber auch leicht mit einem ETF möglich.

Zertifikatenarten

Zertifikate zeichen sich aber meist mit einer Vielzahl von verschiedenen Produktvezeichnungen aus. Ich möchte einmal die wichtigsten kurz vorstellen:

Indexzertifikate: Hierbei ermöglicht das Zertifikat einen kompletten Index nachzubilden. Zugrunde liegt hierbei meist ein Aktien-, Wertpapier-, oder Rohstoffindex.

Basket-Zertifikate: Hierbei hat die Bank eine gewisse Aktienauswahl getroffen und zum Beispiel gewisse Unternehmen einer Branche in einem Basket-Zertifikat zusammengefasst.

Tracker-ZertifikateEinem Tracker Zertifikat liegt genau eine Aktie zugrunde, hierbei wird allerdings die Dividende nicht augeschüttet, sondern im Zertifikat berechnet. So führt eine Dividendenauschüttung des Basiswertes zu einer Kurssteigerung des Tracker Zertifikats.

Exchange Traded CommoditiesDies sind Zertifikate auf Rohstoffe

Discountzertifikat Dies ist mit 46% Marktanteil das mit Abstand beliebteste Zertifikat. Dies hat allerdings wohl nur eher was mit dem Namen als den tatsächlichen Chancen für die Anleger zu tun. Zwar ermöglicht das Discountzertifikat durch die zugrundegelegte Optionsstruktur dem Käufer des Zertifikats einen Wert günstiger als zum aktuellen Kurs des Basiswertes zu erhalten. Dafür ist aber die Rendite bis zum Cap nach oben hin begrenzt. Das hat zur Folge das man sich gleich zwei Totalausfallrisiken ins Depot geholt hat, einmal kann die Aktie komplett ihren Wert verlieren und zweitens kann der Emitent pleite gehen. Obendrein gibt man dafür auch noch seine Chancen auf einen starken Kursgewinn auf. Dies ist also eine Anlageklasse die höchstens in Zeiten von langen Seitwärtsbewegungen zu empfehlen ist.

Bonus-Zertifikate Hierbei nutzt die Struktur des Zertifikats die Dividendenauschüttungen der zugrundeliegenden Aktie um eine Optionsstruktur für einen Bonus zu finanzieren. So erwirbt man mit einem Zertifikat theoretisch das Equivalent einer Aktie und gleichzeitig eine sogenannte Down-and-Out-Put-Option über die Dividende ermöglicht. Dies ermöglicht dem Anleger sollte während der gesamten Laufzeit nicht für ein einziges kurzes Mal die sogennante Barriere des Bonus Zertifikats im Kurs der Aktie berührt worden sein und der Kurs der Aktie notiert unterhalb des Bonuslevels, so erhält der Anleger den Bonuslevel der meist deutlich über dem Kaufkurs des Zertifikats liegt. Überschreitet der Aktienkurs auch das Bonuslevel, so erhält der Anleger den Kurswert der Aktie. Beührt aber der Kurs der Aktie auch nur einmal die Barriere, so verfällt der Bonus und der Anleger erhält nur den Kurswert der Aktie, auch wenn er unter dem Bonuslevel notiert. Dieser Typus ist wie das Discount Zertifikat vorallem für Seitswärtsbewegungen geeignet. Denn würde der Aktienkurs stark steigen das er über das Bonuslevel hinausreicht, so hat man zwar die gleiche Kursentwicklung, hat aber dafür die Dividende eingebüsst.

Hebel-Zertifikate (auch: Turbo- oder Knock-out-Zertifikate, Mini-Futures) Hebelzertifikate entsprechen Optionsscheinen mit einem Unterschied, dass hier zwischenzeitliche Wertschwankungen des Basiswertes keine so große Rolle spielen. Hebel Zertifikate sind besonders riskoreich, sollte der Strike über- bzw. unterschritten werden so verfällt ein Hebel-Zertifikat wertlos. Diese Zertifikate gehören also sicher nicht in die Hand eines Privatanlegers.

Bandbreiten-Zertifikate (Sprint-Zertifikate) Dieses Bandbreitenzertifikat wirkt in einem bestimmten Bereich wie ein Hebelzertifikat. Erreicht der Basiswert allerdings den Capkurs so kann man hier nicht mehr an den weiteren Kursteigerungen profitieren. Unterschreitet das Zertifikat eine bestimmte Schwelle ist es allerdings nicht wie ein Hebelzertifikat wertlos, sondern verhält sich ab nun genau gleich dem Basiswert.

Airbag-ZertifikateHierbei enthält das Zertifikat einen Sicherungspuffer, der zu starke Kursverluste auffängt. Alleridngs wirkt dieser nur zum Ende der Laufzeit des Zertifikats in voller Höhe. Während der Laufzeit kann das Zertifikat sogar unter den Kurs des Basiswertes fallen.

Outperformance-ZertifikateÜberschreitet der Basiswert eine gewisse Schelle , so kann man hier als Anleger besonders stark von der weiteren Kurssteigerung profitieren. Unterhalb dieser Schwelle bleibt der Wert 1:1 des Basiswertes, allerdings verzichtet man auch hier auf die Dividende

Garantie-ZertifikateHierbei wird dem Anleger eine Kapitalgarantie für sein eingesetztes Kapital gewährt. Allerdings nur am Laufzeitende. Entscheidet sich der Anleger vor Ablauf der Laufzeit umzuschichten besteht diese Garantie nicht und auch nicht wenn die emitierende Bank pleite geht.

Alpha-ZertifikateBei einem Alpha Zertifikat beteiligt man sich an der Entwicklung zweier bestimmter Basiwerte zueinander. Somit hat man quasi eines vom allgemeinen Markttrend unabhängige Investitionsmöglichkeit. Man profitiert hier zum Beispiel von der Entwicklung der Daimler Aktie im Vergleich zur BMW Aktie.

Kritik an Zertifikaten

Auch wenn die Zertifikate durch die Banken besonders stark vermarktet werden, so heißt das nicht das diese unbedingt von großem Nutzen für den Anleger sind. Denn durch ein Zertifikat besitzt man nicht eine Aktie, sondern nur eine Schuldverschreibung der Bank gegenüber. Auch muss man hier meist auf eine Dividende verzichten, da über diese die Optionsstrukturen finanziert werden. Zertifikate werden hier natürlich für Aktien herrausgegeben mit einer üppigen und regelmässigen Dividende. Auch büsst man als Anleger mit einem Zertifikat die Flexibilität ein, so kann ich jederzeit eine Aktie zum aktuellen Kurs kaufen oder verkaufen. Zertifikate erreichen oft erst zum Laufzeitende ihren wahren Kurs, während sie innerhalb der Laufzeit einen für den Anleger ungünstigeren Kurs aufweisen.

Ein großes Problem bei Zertifikaten, das für die meisten Anleger persönlich eher als gering einzustufen ist, ist der Verzicht auf die Aktionärsrechte. Da der Anleger nur eine Schuldverschreibung gegenüber der Bank besitzt stehen ihm damit keinerlei Aktionärsrechte oder Stimmrechte auf der Hauptversammlung zu. Die Bank allerdings hält die Aktien in ihrem Handelsbestand und könnte damit die Stimmrechte ausüben. Für einen Anleger sind paar Hundert Stimmrechte nicht von besonders großer Bedeutung, eine Bank allerdings die über Zertifikate tausende Kunden bedient kann so eine große Menge verwahren. Damit ist die Verbindung zwischen dem Risiko, das der Anleger trägt, und den Entscheidungsbefugnissen an der Hauptversammlung ausgehebelt. Dies macht es Vorständen natürlich leichter die nun mit Banken verhandeln können, die keine große eigenen Interessen haben, und nicht mit einer Horde von Kleinanlegern die das Risiko fallender Kurse aushalten müssen.

Bisher erschienene Teile der Artikelserie

Teil 1 – Was ist die Börse?
Teil 2 – Die Handelszeiten der Börsen
Teil 3 – Die Chartarten
Teil 4 – Was ist eine Aktie?
Teil 5 – Anleihen
Teil 5 – Anleihen-2

Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss

March 17, 2010 by Joerg · 1 Comment
Filed under: Konjunktur 

Seit Tagen schon kritisieren die fränzösische Finanzministerin Christine Lagarde und nun auch IWF Chef Strauss-Kahn die starke Fokussierung Deutschlands auf den Export. So würde Deutschland durch seine schwache Binnennachfrage und Lohndumping ein deutliches Ungleichgewicht der Wirtschaftszonen in Europa verursachen. Während damit Deutschland einen hohen Leistungsbilanzüberschuss erwirtschaftet, ähnlich wie China oder die Erdölexportierenden Länder, hätten andere Staaten in Europa mit hohen Leistungsbilanzdefiziten zu kämpfen. Wenn ein Land ein Überschuss erwirtschaftet muss ein anderes ein Defizit haben. Doch ist die Kritik der Franzosen nur neidgetrieben oder tut Deutschland tatsächlich zu wenig für seine eigene Binnennachfrage?

Die Reaktionen der deutschen Politik waren deutlich, sie sprachen von einem reinen Neid und die anderen europäischen Länder sollten doch deutscher werden. Doch wer soll dann noch die ganzen Produkte kaufen? Die anderen europäischen Länder würden damit ihre Binnennachfrage senken um ihre Produktivität zu steigern. Das heißt mehr Produkte bei gleichzeitig weniger Nachfrage. Ein Teufelskreis der die Wirtschaft nach der Finanzkrise gleich kräftig abwürgt und direkt zu mehr Arbeitslosen und einer Deflation in ganz Europa führen würde. Wird doch der Hauptanteil der Exporte schliesslich ja innerhalb der EU verkauft.

Gemeinsame Währung verhindert Ausgleich der Leistungsbilanzen

Sollen wir es dann als Aufforderung vertehen, wie es unsere Politiker verstanden haben, unsere Wirtschaft auszubremsen und Unproduktiver zu werden? NEIN! Dies war auch gar nicht die Kritik, sondern Deutschland sollte vielmehr seine Binnenkonjunktur stärken. So würde die starke Wirtschaft bestehen bleiben, aber doch eine erhöhte Nachfrage nach Gütern würden erstens die heimischen Unternehmen profitieren und zweitens es auch zu mehr Importen führen, so dass die Leistungsbilanz ausgeglichen werden könnte. Früher hat sich dies allen vorran durch die Wechselkurse ausgeglichen. So wertete die D-Mark auf und der Franc ab. Ironischerweise war ausgerechnet der Euro, der nun diesen Ausgleich verhindert eine Kernforerung der Franzosen, dumm gelaufen. Allerdings kann der deutsche Leitungsbilanzüberschuss nicht auf ewig so anhalten, außer es wird reihenweise ein Staat nach dem anderen in die Pleite getrieben.

Deutschland müsste daher praktisch weniger deutsch werden, wie Weissgarnix dazu schreibt, wenn die anderen Länder wie Spanien gleichzeitig deutscher werden sollen. Die Löhne kann und soll der Staat nicht festsetzen, aber allen vorran kann eine Stärkung der Binnennachfrage durch eine Steuersenkung geschehen. Aber dank der deutschen Medien fürchtet zur Zeit der deutsche Bürger nichts mehr, als dass der Staat ihm weniger Geld aus den Taschen zieht.

Ankurbelung der Binnenkonjunktur durch Investitionsgüter

Doch sollte der Staat nun nicht einfach viel Geld unter die Leute schütten damit es einfach sinnlos ausgegeben wird. Es kann nicht sein, dass wir damit die gleichen Fehler wiederholen die schon die Amerikaner in den Ruin getrieben haben. Denn Deutschland darf nicht noch mehr zu einer verschwenderischen Konsumgesellschaft verkommen, in der die Bürger Geld ausgeben für Dinge die sie nicht brauchen, mit Geld das sie nicht haben. Eine Stärkung der deutschen Binnennachfrage sollte daher vorallem auf Investitionsgüter gelenkt werden. Hier liegt auch das meiner Meinung nach Hauptproblem der deutschen Binnenkonjunktur, die Bauwirtschaft. Während andere Länder in den letzten Jahren vor der Finanzkrise gradezu einen manischen Bauboom erlebten, schwächelt seit der Wiedervereinigung die deutsche Bauwirtschaft. Zum einen durch die Demografische Entwicklung zum anderen durch den Überschwang in den Wendejahren. Auch hier sollten man blos nicht die gleichen Fehler der Amerikaner wiederholen, aber es ist für eine starke Binnennachfrage enorm wichtig das die Bauwirtschaft anzieht.

So stellt die eigene Immobilie für viele Menschen den Hauptanteil ihres Vermögens dar und ist eine der Grundpfeiler der Altersversorgung. In Deutschland stagnieren aber schon seit Jahren die Immobilienpreise. Dies bedeutet natürlich, dass viele ihr Geld gebunden haben aber keine wirkliche Rendite damit erzielen. Kann hier ein Aufschwung erzeugt werden, so kann eine nachhaltige Steigerung der Binnannachfrage und des Vermögens gleichermaßen stattfinden.

Weitere Artikel zu den deutschen Leistungsbilanzüberschüssen:

FTD: Verdiente Export-Schelte aus Frankreich
Spiegelfechter: Am deutschen Wesen kann Europa nicht genesen
FTD: Frankreich springt der FDP bei
Zeit Blog: Frankreich – Deutschland 1:0

Öl, der ewige Rohstoff oder bald am Ende?

March 16, 2010 by Joerg · Leave a Comment
Filed under: Rohstoffe 

Wohl kein anderer Rohstoff bestimmt so sehr die Weltwirtschaft wie das Öl. Über 90% aller Produkte sind entweder aus Öl hergestellt, oder vom Öl abhängig. Kein Wunder also, dass der Handel mit Öl und die Preisentwicklung von Öl für viele Großkonzerne von entscheidender Bedeutung ist und dementsprechend Öl auch eines der größten Spekulationsobjekte darstellt. So stieg der Preis von Öl bis zum Platzen der Blase während der Finanzkrise in 10 Jahren von 17$ auf bis zu 147$. Unvergessen die Analysen von zum Beispiel Goldman Sachs die sogar einen Preis von 200$ heraufbeschwören wollten. Doch die Blase platzte und der Ölpreis stürtzte in nur 4 Monaten auf 40 $ ab. Grund für solche Blasen sind oft Spekulationen um den sogenannten Peak Oil, also dem Zeitpunkt, an dem das weltweite Fördermaximum erreicht wird und nachdem die Förderung zwangsläufig nur noch abnehmen wird. Doch ist Öl bald verbraucht oder entsteht eventuell sogar ständig neues Öl im Erdinneren?

Die 3sat Sendung hitec hat sich in einem sehr interessanten Beitrag über Öl und doch kein Ende dem Thema zugewandt und stellt die vorallem von russischen Wissenschaftlern vertretenen These der abiotischen Ölentstehung der Peak Oil These entgegen. Denn die Debatte über das sogenannte Peak Oil wird immer wieder vorallem von Finanzinteressen getrieben, die den Preis von Öl in die eine als auch in die andere Richtung treiben wollen. Insbesondere die Ölförderer als auch die großen Investmentbanken allen vorran Goldman Sachs, die zu den größten Spekulanten auf dem Ölmarkt zählt, haben ein Interesse an Blasenbildungen im Ölmarkt. Auch grade durch die Aufweichung der Börsenaufsicht im Ölhandel in den letzten Jahren hat derzeit keiner mehr wirklich einen Überblick in welcher Höhe Ölfutures im Umlauf sind, außer den beteiligten Investmentbanken, die hier einen klaren Informationsvorsprung besitzen.

Peak Oil

Praktisch seit der Förderung des ersten Barrels Öl wird immer wieder behauptet, dass die Ölvorräte zu Ende gehen könnten. Doch dies trat nicht 1919 ein, als auch nicht 1989 wie von Campell vorrausgesagt. In dem Beitrag von 3sat wird daher die Theorie der abiotischen Ölentstehung näher beleuchtet. Diese besagt, dass Öl nicht nur durch urzeitliche Algenablagerungen entsteht, sondern im Erdmantel auch aus kohlenstoffhaltigen Gesteinsschichten laufend neu gebildet werden kann. Die Vertreter dieser Theorie suchen daher nicht nach alten urzeitlichen Meeren, sondern nach bestimmten Spalten und zerklüfteten Gesteinsschichten aus denen das Öl hervortreten kann. Doch die beiden Theorien haben ein Problem, es gibt keinen eindeutigen Beweis. So liegen die größten bisher gefundenen Öllagerstätten vorallem an Stellen ehemaliger urzeitlicher Meere, aber auch in Region mit sehr zerlüfteten Gesteinsschichten. Auch kann das Öl nicht zweifelsfrei zugeordnet werden. Stammen die markanten höheren Kohlenstoffverbindungen nun von biologischen Zellen aus Urzeiten, oder aber von Bakterien aus dem Gestein, die sich von Öl ernähren?

Wahrscheinlich ist an beiden Theorien ein Stückchen Wahrheit dran. Chemisch kann Öl schliesslich auf verschiedenen Wegen erzeugt werden unter den richtigen Vorraussetzungen. Die Ölvorräte scheinen jedenfalls nicht völlig endlich zu sein, so zeigen manche ausgebeutete Förderstätten nach nur 10 Jahren eine gewisse Erholung. Interessant wäre hier in dem Zusammenhang sicherlich die Frage in welchem Umfang die Erde, sollte es eine ständige Neubildung ob nun biotisch oder abiotisch geben, Öl nachbilden kann. Zur Zeit scheinen die Ölkonzerne, aber kein all zu großes Interesse an neuen Theorien zur Ölentstehung und daraus sich ergebender neue Hinweise zur Aufspührung neuer Lagerstätten zu haben. So war selbst am Hochpunkt der Blase im Jahr 2008 keine Knappheit an Öl entstanden, sondern das geförderte wurde nur zurückgehalten um es später zu einem höheren Preis verkaufen zu können.

3Sat Hitec – Öl – und doch kein Ende?

Lehman Brothers und Repo 105

March 15, 2010 by Joerg · Leave a Comment
Filed under: Finanzkrise 

Nun ist am vergangenen Wochende der Untersuchungsbericht zu der Pleite der ehemaligen Investmentbank Lehman Brothers veröffentlicht worden. Die Pleite dieser Bank stellt einen der Höhepunkte der Finanzkrise im Jahr 2008 dar. Durch die Pleite von Lehman Brothers musste der Versicherungsriese AIG quasi über Nacht gerettet und verstaatlicht werden und der Interbankenmarkt zur Refinanzierung von Finanzinstituten ist quasi zusammengebrochen. Durch den Bericht, den man hier nachlesen kann, wird klar, dass die Pleite von Lehman Brothers nicht auf wilde Spekulanten oder Gerüchte zurückzuführen ist. Denn schon im Jahr 2007 hat die Bank Lehman Brothers angefangen über Repo 105 und Repo 108 Geschäfte ihre Bilanzen zu den Quartalsstichtagen aufzuhübschen und für die Ratingagenturen und Analysten risikoärmer zu erscheinen als sie tatsächlich war.

Was ist ein Repo 105?

Repo 105 ist die Bezeichnung für ein bestimmtes Refinanzierungsgeschäft unter Banken auch Rückkaufvereinbarung bezeichnet, kurz Repo aus dem englischen für Sale and Repurchase Agreement. Ein Repo ist dabei ein kurzfristiges Finanzieungsinstrument mit maximaler Laufzeit von einem Jahr. Meist aber oft nur wenige Tage oder auch nur Übernacht. Die Bezeichnung 105 oder 108 stellt die Höhe der zu leistenden Sicherungen dar. Bei einem Repo 105, gibt die Bank Sicherheiten, meist Staatsanleihen in Höhe von 105 Euro an den Handelspartner ab und erhält dafür einen Kredit in Höhe von 100 Euro. Am Ende des Repo Geschäfts erhält die Bank ihre Staatsanleihen wieder zurück und bezahlt die 100 Euro plus einen vereinbarten Zinsbetrag an den Geschäftspartner.
Meist werden die bei einem Repo gegebenen Wertpapiere noch in der Bilanz der Bank behalten, bei Lehman Brothers war der Fall aber so, dass mit dem Segen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Papiere für den Zeitpunkt des Repo 105 Geschäfts als verkauft galten. So konnte Lehman Brothers zu seinen Quartalsbilanzen einen um bis zu 1,9 reduzierten Heben ausweisen. Statt dem tatsächlichen Hebel von 17,3 wurden durch die Repo 105 Geschäfte ein Hebel optisch auf 15,4 reduziert. So wollte Lehman Brothers eine Herunterstufung ihres Ratings verhindern. Waren die Quartalszahlen berichtet, wanderten die Papiere ein paar Tage später durch Auslaufen der Repo Geschäfte wieder zurück in die Bilanz.

Die Verantwortungslosigkeit der Verantwortlichen

Da diese Repo 105 Geschäfte wohl nach US-Recht nicht als Verkauf zu deklarien gewehsen seien, wurden diese über die Londoner Niederlassung von Lehman Brothers abgewickelt. Hier schienen sie wohl legal. Lehman Brothers hat seit 2007 den üblichen Umfang der Repo Geschäfte von 22 Milliarden Dollar auf bis zu 50 Milliarden Dollar ausgeweitet. Dabei wurden nicht Schrottpapiere aus dem Portfolio wegegeben sondern meist Staatsanleihen. 90% der Sicherheiten hatte ein Rating besser als A. Die Schrottpapiere wollte wohl keiner mehr auch nur für paar einzelne Tage abnehmen.
Diejenigen die eigentlich die Aufsicht über die großen Banken hätten wie die FED oder die SEC schauten erfolgreich weg. Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen lehnt auch jede Verantwortung dafür ab und behauptet das Aussagen über den Verschuldungsgrad der Firma nicht Teil des Tests seien. Dick Fuld, der ehemalige Chef von Lehman Brothers geht in seiner Dreistigkeit noch ein Stück weiter. Er behauptet von den Repo Geschäften nichts gewusst zu haben. Da er nur ein Blackberry nutzen würde und keinen Computer hätte er entsprechende pdf Dateien nicht öffnen können. Diese Aussage das er keine Ahnung von diesen Geschäften hatte, halte ich für reichlich weit hergeholt. Das er aber glaub er könnte sich mit so einer billigen Ausrede da herausreden macht das Ganze lächerlich.

Wenn niemand, ob nun SEC oder FED, seine Regulatoren Tätigkeit ernst nimmt und genau hinschaut mit welchen Methoden eine Bank versucht ihre Bilanzen aufzuhübschen, können noch so viele Gesetze erlassen werden und sie werden so eine Pleite nie verhindern können.

Mehr über Lehman Brothers und Repo 105:

Egghat: Zahl des Tages (14.03.10): 105
Zero Hedge: The “Repo 105″ Scam: How Lehman Fooled Everyone (Including Allegedly Dick Fuld) And How Other Banks Are Likely Doing This Right Now
ft.alphaville: Repo 105
Lehman Brothers Holdings Inc. Chapter 11 Proceedings Examiner’s Report

The Daily Show – Harry Markopolos:Die Warnungen über Madoff wollte keiner hören

March 12, 2010 by Joerg · Leave a Comment
Filed under: Fun 

Auch wenn the Daily Show mit Jon Stewart eine Comedy Show ist, so bin ich doch immer wieder überrascht in welcher Regelmäsigkeit sie kritische Finanzthemen anspricht. Hier könnten sich die deutschen Ableger wirklich mal ein Beispiel nehmen. Heute habe ich ein Video gefunden, in dem Jon Stewart Harry Markopolos interviewt. Dieser hat seit dem Jahr 2000! vergeblich versucht über 8 1/2 Jahre hinweg die amerikanische Finanzaufsicht SEC über das Schneeballsystem von Bernhard Madoff zu warnen. Dieser hat nun ein spannendes Buch über seinen Kampf mit der SEC veröffentlicht in No One Would Listen: A True Financial Thriller Besonders frustiert hat ihn dabei die Tatsache das niemand aus der SEC bereit war auch nur seine berechtigten Warnungen über Madoff ernst zu nehmen. Seiner Meinung nach sind in der SEC zuviele Anwälte die von Finanzthemen keine Ahnung haben und niemand der sich mit schwierigen finanzellen Tricks auskennt. Und dies ist so gewollt, da die SEC wohl sehr mit der Wall Street, die sie eigentlich kontrollieren sollte, verbandelt ist.

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Artikelserie-Börse der Weg zur Aktie 5-Anleihen-2

March 11, 2010 by Joerg · 1 Comment
Filed under: Börsenwissen 

Ich hatte ja schon in dem letzten Artikel der Artikelserie-Börse der Weg zur Aktie über die Anleihen gesprochen. Hier bin ich vorallem auf die verschiedenen Formen und Arten der verschiedenen Anleihen eingegangen. Heute möchte ich insbesondere über die Besonderheiten dieser Anlageform sprechen. Welche Besonderheiten weißt der Kauf einer Anleihe auf und wie bildet sich der Kurs. Wie verhält sich der Kurs einer Anleihe bei steigenden oder fallenden Zinsen. Auch gehe ich auf die verschiedenen Laufzeiten der Anleihen ein.

Kauf einer Anleihe

Wie Aktien und auch andere Wertpapiere kann man als Privatanleger eine Anleihe über die entsprechenden Börsen kaufen. Doch anders als bei Aktien wird in erster Linie nicht ein Stückpreis für eine Anleihe angeben, sondern meist ein Prozentsatz. 100 % entspricht pari, wobei auf das Prozentzeichen meist verzichtet wird. Pari ist genau der Wert zu dem eine Anleihe später vom Emittenten zurückgezahlt werden wird. Anleihen können also über oder unter Pari notieren. Möchte ich nun als Privatanleger eine Anleihe über eine Börse kaufen, so zahle ich aber nicht nur den ausgewiesenen Briefkurs. Denn die Zinsen werden bei einer normalen Standartanleihe meist nur an einem bestimmten Tag im Jahr fällig. Daher zahle ich bei einem Kauf einer Anleihe dem Vorbesitzer die anteiligen Zinsen, die seit dem letzten Zinstag angefallen sind. Verkaufe ich eine Anleihe vor dem jeweiligen Zinstermin, erhalte ich natürlich, neben dem Geldkurs, auch die Zinsen für die Tage die ich die Anleihe seit dem letzten Zinstermin gehalten habe.
Zwischen Brief- und Geldkurs einer Anleihe an der Börse liegt immer ein gewisser Spread. Dieser kann je nach Liquidität einer Anleihe zwischen 0,2 und über 1% des Nennwerts liegen. Daher ist es ratsam auch auf diesen Gesichtspunkt zu achten, wenn man sich nach exotischen Anleihen umschaut, da hier der Spread sehr hoch sein kann.

Kursbewegungen bei Anleihen

Auch wenn Anleihen als risikoarm bezeichnet werden, so können die Kurse bei nicht ganz so solventen Schuldner erheblich schwanken. Wer die Kursschwankungen zum Beispiel der Anleihen von General Motors im Jahr 2008 erlebt hat, weiß wovon ich spreche. Hier sind teilweise erhebliche tägliche Schwankungen je nach Nachrichtenlage zu beobachten gewehsen. Doch auch bei den Normalen Zinschwankungen sollte man sich die Besonderheit der Kursentwicklung von Anleihen im Hinterkopf behalten. Denn steigen die Zinsen, fallen die Anleihekurse und umgekehrt. Fallende Anleihekurse sind zwar eine gute Gelegenheit für all diejenigen die neu einsteigen von hohen Zinsen zu profitieren, doch jeder Anleihehalter bekommt die gleichen Zinsen ausbezahlt. Ob ich die Anleihe nun für pari gekauft habe, oder nur für 80. Bei 80 habe ich jedoch eine deutlich höhere Rendite gegenüber pari. Auch sind die fallenden Anleihekurse nicht für jeden Halter ein Problem, nur für diejenigen die eine Anleihe vor Fälligkeit verkaufen möchten. Denn auch wenn eine Anleihe im Laufe der Zeit an Wert gefallen ist, so wird wenn der Schuldner nicht pleit geht eine Anleihe immer zu Ende der Laufzeit mit dem Nennwert pari zurückgezahlt. Daher nähern sich zum Ende der Laufzeit die Kurse der Anleihen immer pari an, sollte dem Emittent nicht etwas zugestossen sein und die Anleihe wertlos geworden sein.

Kursbildung bei Anleihen

Auch wenn die meisten an den Börsen frei handelbar sind, so werden die Hauptumsätze bei Anleihen immernoch außerhalb der Börse, sprich OTC von den Banken getätigt. Die Kursstellung an den Börsen passt sich also immer meist nur dem OTC Handel an und bestimmt nicht selbst wie bei Aktien den Trend des Kurses. Dies macht es natürlich schwer auf plötzliche Kursschwankungen bei Anleihen zu reagieren, da an der Börse meist sofort über Nacht auf den neuen Kurs getaxt wird.

Laufzeiten von Anleihen

Es gibt verschiedene Kategorien in denen man die LAufzeit einer Anleihe einteilen kann.

- kurzfristig (bis 4 Jahre)
- mittelfristig (4 bis 8 Jahre)
- langfristig (mehr als 8 Jahre)

Bei Staaten sind aber auch noch viel längere Laufzeiten möglich. So sind 30 jährige Staatsanleihen nichts unübliches, manche Länder wie vorallem Frankreich bieten auch Anleihen mit 50 Jahren Laufzeit an. Über die Sinnhaftigkeit in solche eine lange Laufzeit zu investieren, insbesondere in so einer Niedrigzinsperiode, kann man streiten. Diese Anleihen gehen vorallem auch an Pensionsfonds oder Lebensversicherungen. Je länger die Laufzeit einer Anleihe desto höher ist auch der Renditeaufschlag. Man sollte sich aber von diesem Renditeaufschlag nicht blenden lassen. Selbst in 4 Jahren kann viel passieren, von 30 oder gar 50 Jahren gar nicht zu reden.

Bisher erschienene Teile der Artikelserie

Teil 1 – Was ist die Börse?
Teil 2 – Die Handelszeiten der Börsen
Teil 3 – Die Chartarten
Teil 4 – Was ist eine Aktie?
Teil 5 – Anleihen

Kann die FED pleite gehen?

March 9, 2010 by Joerg · 2 Comments
Filed under: Notenbanken 

Vor zwei Jahren, kurz nach dem Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank Bear Stears, war ich in einer Vortragsreihe mit ein paar anderen börsenbegeisterten Studenten aus ganz Deutschland. Der Vortragende war ein sehr eloquenter Herr der Investmentbank JP Morgan, der durch Verzicht auf langweilige Folien und sehr guter Erzählerqualitäten in positiver Erinnerung geblieben ist und ein gutes Licht auf die Bank JP Morgan insgesamt geworfen hat. Entsprechend konnte er seine stille Freude an dem Aufkauf des einstigen scharfen Konkurenten nicht ganz verhehlen. Er hat aber auch als einer der wenigen damals schon verstanden, das ganze Ausmaß der Probleme auf dem amerikanischen Häusermarkt bildlich zu verdeutlichen und genau die Vorgehensweise beim strukturieren von Krediten zu erklären. Doch schon damals hatte die FED für die Übernahme von Bear Stearns erhebliche Risiken übernommen und es war schon abzusehen das noch weitere folgen sollten. Ich stellte ihm damals die Frage ob die FED nicht auch pleite gehen könnte. Die versammelten BWL Studenten schauten mich damals noch sehr verdutzt an, während der Vertreter von JP Morgan den Einwand wegwischte, die FED könnte einfach immer mehr Geld drucken und dadurch nie pleite gehen. Aber ist das so einfach?

Einen ganzen Schritt weiter in der Fragestellung geht Zero Hedge. Dort fragt man sich nicht mehr ob die FEd pleite gehen kann, sondern ob sie es bereits schon ist. Denn für viele unbemerkt ist die FED mitlerweile durch die Finanzkrise zum weltweit größten Halter von Morgage Backed Securities MBS geworden. Also dem ganzen Giftmüll, der während der Subprime Krise geschaffen wurde. Außerdem ist die FED unbemerkt zur weltweit größten Bank geworden mit einer Bilanzvermögen von 2,3 Billionen Dollar. Dabei soll das Eigenkapitalpolster der FED, was dem Tier 1 Kapital der Banken entspricht, bei 53,3 Milliarden Dollar liegen. 53,3 Milliarden Dollar hören sich viel an, doch im Vergleich zu 2,3 Billionen an gehaltenen Werten geradezu winzig. Eine Übersicht über die von ihr gehaltenen Werte gibt die FED selbst in ihrer Statistik. Besonders kritisch ist der Umfang der von der FED gehaltenen MBS , die mitlerweile eine Höhe von über einer Billion erreicht haben. Die meisten davon im Laufe des letzten Jahres in die Bilanz genommen. Mit der Fußnote versehen “Guaranteed by Fannie Mae, Freddie Mac, and Ginnie Mae. Current face value of the securities, which is the remaining principal balance of the underlying mortgages.” Soweit ich das richtig lese, ist dies der aktuelle Nominalwert der MBS auf Grundlage der zugrundeliegenden Hypotheken.

Besonders gut sieht man die Entwicklung der Anlagen der FED in der der Übersichtsgrafik aus dem Finanzbericht der FED der Federal Reserve Bank of Atlanta. Würde die FED bei den zahlreichen MBS, die sie in ihrer Bilanz hält, die zahlreichen überfälligen Forderungen in den Hypotheken berücksichtigen, so müsste man angesichts des geringen Kapitalpuffers der FED schon jetzt von einer negativen Bilanz ausegehen, sprich die FED wäre bereits insolvent. Allein eine 5% Abschreibung auf die MBS würde den kompletten Kapitalpuffer der FED aufgezehrt haben.

Allerdings hat die FED den enormen Vorteil, dass die Kunden nicht wie bei einem Bankrun das Insitut stürmen können um ihre Einlagen abzuziehen. Auch bestehen einige Möglichkeiten, die es der FED auch in der Vergangenheit schon erlaubt haben eine rote Bilanz aufzuweisen. So kann der amerikanische Staat die FED mit neu gedruckten Staatsanleihen direkt wieder rekapitalisieren. Auch kann die FED wie Eingangs erwähnt quasi immer Geld drucken um das Defizit auszugleichen.

Noch kann die FED den wahren Zustand ihrer Bilanz gekonnt verschleiern. Es zwingt sie niemand fällige Abschreibungen auf die gehaltenen MBS vorzunehmen. Doch es kann nicht ewig zu weitergehen an einem Punkt wird die FED ihre Bilanz überprüfen müssen und dann den dabei entstehenden Fehlbetrag durch Anwerfen der Druckerpresse oder durch explodierende amerikanische Staatsschulden auffangen müssen. Dies kann der Moment sein, wenn die FED die Kontrolle über die Inflationsraten verlieren wird. Ein sogennantes “Schwarzer Schwan” Ereignis.

Wer sich noch tiefer damit beschäftigen möchte. Hier ist der sehr umfangreiche Artikel zu diesem Thema auf Zero Hedge : Is The Federal Reserve Insolvent?

Jim Rogers: Sollte Griechenland tatsächlich pleite gehen, geht der Euro durch die Decke

March 8, 2010 by Joerg · 1 Comment
Filed under: Interview 

Diese Aussage tätigt Investmentlegende Jim Rogers in seinem neusten Kommentar zur Griechenlandkrise. Sollte sich die EU Hilfen verweigern und Griechenland tatsächlich pleite gehen lassen, würde dies nach Meinung von Jim Rogers den Euro nicht schwächen, ganz im Gegenteil es würde ihn sehr stark machen. Denn die Investoren würden nun sehen, dass es der EU mit den Stabilitätskriterien ernst ist und Länder die dagegen verstossen auch notfalls Pleite gehen lässt. Dies deckt sich auch mit den Ausführungen von Robert Mundell dem sogenannten Vater des Euros. Griechenland selbst wäre zu klein um große Auswirkungen für die Wirtschaftskraft der Eurozone zu haben, aber Hilfen für Griechenland würden auch andere Länder wie Spanien und Italien darauf schielen lassen diese Hilfen zu bekommen.

Jim Rogers geht aber nicht davon aus, dass die EU Griechenland pleite gehen lassen würde. Im Notfall wird Griechenland eben doch geholfen. Wer die Videos und Kommentare von Jim Rogers verfolgt hat , wird gemerkt haben, dass er immer eine harte Pleite bevorzugt, als dass ein miserables Management durch Hilfen aus dem Schlamassel gezogen wird.

Colbert Report – Kid Owe

March 5, 2010 by Joerg · Leave a Comment
Filed under: Fun 

Die Amerikaner lieben es ja für Dinge, die sie nicht brauchen, Geld auszugeben das sie nicht besitzen. Einen völlig neuen Dienst stellt hier Stephen Colbert vom Colbert Report vor, der es nun auch Kindern ermöglicht online Güter zu erwerben , die es nicht gibt, die sie nicht brauchen, mit Geld das sie nicht haben. Diesen Kreditdienst Kwedit für Kinder gibt es leider wirklich, der ist kein Witz auch wenn er nach einem aussieht. Während nun mittlerweile die meisten Amerikaner ans Limit ihrer Kreditkarte gekommen sind sollen es wohl nun die Kleinen richten. Vielleicht wird in der nächsten Finanzkrise es nicht um geplatzte Häuserdarlehen gehen, sondern um Kinder die sich Hals über Kopf für virtuelle Güter verschuldet haben. Wir machen Fortschritte.

The Colbert Report Mon – Thurs 11:30pm / 10:30c
The Word – Kid-Owe
www.colbertnation.com
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